Runder Tisch Asyl in Koblenz-Güls

Ein Runder Tisch ist ein Forum zum Austausch über aktuelle Probleme und zum Erarbeiten von Lösungen. In Koblenz-Güls/-Bisholder haben sich Anwohner_innen zu einem solchen Runden Tisch zusammengetan, um die Asylbewerber_innen vor Ort zu unterstützen.

Initiiert von den örtlichen katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, besteht der Runde Tisch Asyl bereits sein Anfang 2014. Die Anwohner_innen im Umkreis der Flüchtlingsunterkünfte in Güls und Bisholder wollten anfangs überlegen, wie sie den Flüchtlingen das Leben im neuen Land erleichtern können.

Mittlerweile gibt es neben Deutschkursen, Organisation von Sachspenden und Begleitung bei Behördengängen auch weitergehendes Engagement, z. B. ein Willkommenskonzert für die Flüchtlinge oder Öffentlichkeitsarbeit durch Informationen und Verlinkungen im eigenen Blog.

Und durch den Runden Tisch gibt es auch seit Anfang 2014 eine erste WG (Wohngemeinschaft). Wie die Koblenzer Redakteurin Nina Borowski in ihrem Blog berichtet, wohnen nun ein deutscher Student und ein Flüchtling aus Ägypten zusammen. Der damals 26-jährige Student Dominik Müller bekam für diese Aktion grünes Licht von seiner Vermieterin und nahm den gleichaltrigen Ägypter Mina Louka als Untermieter bei sich auf. Der war als Kopte in Ägypten seines Lebens nicht mehr sicher gewesen, weshalb er nach Deutschland floh, schreibt Borowski:

Es war in der Neujahrsnacht 2011, als eine Bombe in seiner Kirche explodierte. Es gab unzählige Tote und Verletzte. Passiert ist Mina nichts, aber in der Zeit danach hat er eine zunehmend feindliche Stimmung unter seinen muslimischen Nachbarn gespürt. Nach einem Angriff von einem Muslim aufgrund seiner Glaubenszugehörigkeit stand für Mina fest: „Ich will hier nicht mehr leben.“

Mit Hilfe von Möbelspenden von Müllers Freund_innen und Bekannten wurde Loukas Zimmer schnell mit allem Nötigen ausgestattet, und vor kurzem erhielt er nun auch eine Arbeitserlaubnis, wie Borowski schreibt:

Ab Mitte Dezember wird er in einer Behinderteneinrichtung arbeiten. Für den 27-Jährigen ein wichtiger Schritt in seinem neuen Leben. Und zudem eine Herzensangelegenheit: „Ich habe so viel Unterstützung bekommen, und davon möchte ich etwas zurückgeben.“

 

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