Kommunen: informieren Sie auf Ihrer Website! – Zwei gute Beispiele

Es kostet so wenig und hilft so vielen: eine kommunale Website mit einem Hinweis auf lokale Flüchtlingsinitiativen. Warum es dies bis heute so häufig nicht gibt, ist auch für all jene ein Rätsel, die mich täglich kontaktieren, weil sie einfach nicht vor Ort fündig werden. Hier sind zwei gute Beispiele für Kommunen.

Auf der Suche nach Flüchtlingsinitiativen an einem bestimmten Ort müsste man meinen, auf der kommunalen Website entweder Ansprechpartner_innen oder Links zu aktiven Projekten finden zu können. Doch in den zwölf Monaten, die ich für dieses Portal recherchiere und schreibe, musste ich feststellen, dass es auf einem großen Teil der Kommunenwebsites nicht den geringsten Hinweis gibt, wer bei ihnen für die Flüchtlinge zuständig ist. Und schon gar nicht, welche Hilfsinitiativen es vor Ort gibt.

Es scheint, viele Kommunen haben eine Website, weil ja alle eine haben und es peinlich wäre, wenn dort nun so gar nichts stünde. Doch Inhalte, Übersichtlichkeit und leichte Navigierbarkeit scheinen oft nachrangig zu sein. Aktuelle Informationen für Bürger_innen zu aktuellen Themen zu liefern ist jedenfalls bei sehr vielen kein Kriterium.

Dabei wäre es so einfach, und die Minimalversion würde die für die Website Zuständigen nur wenige Minuten kosten.

Ich gebe Ihnen zwei Beispiele:

  1. Die Minimalversion: Rheinfelden
    Bei nur knapp über 30.000 Einwohner_innen hatte ich kein großes Engagement im Internet erwartet, doch die badische Kleinstadt Rheinfelden informiert so gut und übersichtlich, wie kaum eine andere Stadt. Man muss nicht lange suchen, bis man zur Seite über Migrant_innen kommt. Und dort finden sich sehr übersichtlich gelistet und verständlich beschrieben die Ansprechpartner_innen und Projekte für Flüchtlinge in der Stadt.
    Diese Minimalversion ist hier besonders gut gelungen. Eine solche Seite einzurichten, wäre für alle Kommunen eine Sache von wenigen Minuten, und sie würde dazu beitragen, dass Menschen ihren Hilfswunsch nicht aufgeben, wenn sie nicht einmal im Internet fündig werden.
  2. Die Idealversion: Landkreis Mayen-Koblenz
    Der Landkreis Mayen-Koblenz hat zum einen, wie mittlerweile andere Kommunen auch, eine Koordinierungsstelle für Flüchtlingshilfen eingerichtet. D. h., dort kümmert sich eine Person um die Vernetzung und Koordinierung aller Hilfen für Geflüchtete und um die Information sowohl der Flüchtlinge als auch der Helfer_innen.
    Zum anderen hat der Landkreis einen digitalen Willkommensatlas online gestellt. Für jede Stadt bzw. Verbandsgemeinde im Landkreis gibt es einen eigenen, ortsspezfischen Atlas. Dieser ist derzeit in vier Sprachen verfügbar (Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch) und ist für Flüchtlinge und Helfer_innen sehr leicht zu navigieren. Er informiert über alle wichtigen Themen zu Asyl und zum Alltag in Deutschland, inkl. Telefonnummern für den Notfall.
    Diese Idealversion, die nicht nur Ehrenamtliche, sondern auch die Flüchtlinge informiert, ist in ihrer Konzeption und Ausführlichkeit ein besonders gutes Beispiel, wie Kommunen allen Seiten mit Informationen besonders dienlich sein können.

Es gibt heute nicht mehr so viele Menschen, für die das Internet „Neuland“ ist und hoffentlich bald wieder weggeht. Es ist für sehr viele die wichtigste Anlaufstelle für Informationen geworden. Selbst in der Minimalversion kann eine solche Seite also besonders vielen Menschen helfen, bei der oft frustrierenden Suche nach Informationen über Hilfsmöglichkeiten nicht aufzugeben.

Nachtrag (30.10.2015): Es gibt für Kommunen sogar Unterstützung durch die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt). Auf deren Website finden Sie zum einen für Fragen die richtigen Ansprechpartner, zum anderen Beispiele, wie andere Kommunen das Thema Flüchtlinge online darstellen.

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