Freies Wlan für Flüchtlinge mit Freifunk schaffen

Das Internet ist für viele Flüchtlinge eine Lebensader – nur darüber können sie sich in Zeitungen und Blogs aus ihrer Heimat über die aktuelle Lage zu Hause informieren und per E-Mail mit Familie und Freund_innen in Kontakt bleiben. Doch in den meisten Unterkünften gibt es keinen Internetzugang für die Flüchtlinge. Freifunk könnte das ändern.

Freifunk ist eine Initiative, die sich selbstverwalteten, lokalen Computer-Netzwerken verschrieben hat. Ein solches freies Funknetz ist für alle zugänglich, wird nicht zensiert, nicht kommerziell betrieben, und es gehört der Gemeinschaft.

Und genau dieser Gemeinschaftsgedanke soll nun Flüchtlingen zugute kommen können. Freifunk Siegerland hatte, so derwesten.de, die Idee, Kapazitäten zu sammeln, um diese den Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Mit Hilfe spezieller Freifunk-Router können nicht ausgeschöpfte Kapazitäten vieler Nutzer_innen gebündelt und anderen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ein solcher Router kostet einmalig 20 Euro und ist über die örtlichen Freifunk-Gruppen zu beziehen.

Dies wäre nicht nur für große Flüchtlingsunterkünfte ideal, sondern auch für dezentral untergebrachte Flüchtlinge, insbesondere auch in ländlichen Gegenden, wo das nächste Internetcafé mitunter 40 Kilometer entfernt – für Flüchtlinge deshalb häufig unerreichbar – ist.

Mancherorts schließen ehrenamtliche Helfer_innen für eine Flüchtlingsunterkunft einen Nutzungsvertrag auf eigene Kosten ab, der jedoch meist eine Mindestlaufzeit hat. Wenn die betreffenden Flüchtlinge dann aber an andere Orte verlegt und die Wohnung aufgegeben wird, bleiben die Helfer_innen auf den restlichen Kosten sitzen. Freifunk könnte da eine gute Alternative sein.

Wenn dies für Sie interessant sein sollte, können Sie z. B. auf der Website freifunk.net weitere Informationen und eine Gruppe in Ihrer Nähe finden. Zu Sicherheits- und rechtlichen Aspekten finden Sie u. a. bei irights.info weitere Details.

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