Ein Bufdi für Flüchtlinge

Er ist 20 Jahre alt, wollte eine Auszeit zwischen Schule und Ausbildung machen und wählte dafür den „Bufdi“, den Bundesfreiwilligendienst. Dieser Dienst wurde von der Bundesregierung als Ersatz für den Zivildienst ins Leben gerufen, der mit dem Wegfall der Wehrpflicht ebenfalls beendet wurde. Und Thanujan Pathmalingam, Abiturient aus dem ostfriesischen Wittmund, beschloss laut Weser Kurier, im Rahmen eines Bufdi Flüchtlingen als Lotse zur Seite zu stehen.

Seine Arbeit besteht in der Unterstützung der neu Eingetroffenen bei der Anmeldung, d. h. er bereitet ihre Unterkünfte vor, hilft ihnen beim Einzug und hilft sogar den Kindern bei der Vorbereitung auf ihren ersten Schulbesuch in Deutschland. Manche, sagte er dem Weser Kurier, „wollen aber auch einfach nur über ihren Alltag und ihre Probleme reden und suchen den Kontakt zu mir.“

Der örtliche Fachdienstleiter für Soziale Hilfen wird im Weser Kurier zitiert:

„Wir wissen ja nicht, was die Flüchtlinge teils alles durchmachen mussten und versuchen als Erstes, den Alltag der Menschen hier in Gang zu bringen. Wichtig sind Beschäftigungsmöglichkeiten, insbesondere für Erwachsene.“ Die künftig angebotenen Sprachkurse für Flüchtlinge vom Landkreis seien da ein guter Anfang. […]

Dass die Flüchtlinge jetzt Deutsch lernen, ist wichtig für die Integration. Um diese besser zu ermöglichen, sind die Flüchtlinge dezentral untergebracht, über das ganze Gemeindegebiet verteilt.

Was an manchen Orten für Unmut sorgt, ist hier jedoch anders.

„Das Schöne in den kleinen Orten ist der Zusammenhalt“, erzählt Heinken. Viele der Anwohner kämen auf die Gemeinde zu und fragten, ob man helfen könne oder ob noch Möbel gebraucht würden. „Das ist der Vorteil auf dem platten Land.“ Natürlich gebe es immer irgendwo auch mal Vorbehalte, allgemein seien die Bürger aber sehr offen und hilfsbereit. „Viele der Flüchtlinge müssen auch erstmal mit der Situation klar kommen, einige sind von dem Überfluss und Wohlstand hier echt überfordert.“

Für Thanujan Pathmalingam hatte sein Engagement bereits ganz persönlich weitreichende Folgen: für die Zeit nach seinem Bufdi hat er bereits eine Zusage für eine Ausbildungsstelle in der Gemeindeverwaltung.

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