Dolmetscherpool für kommunale Stellen

Viele Probleme für Flüchtlinge entstehen durch Fehler in der Kommunikation. Wenn Menschen ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen und Behördendeutsch aufeinander treffen, kann das schnell schwierig werden (das ist es ja schon für Muttersprachler_innen). Bei einem Uniprojekt, dem Dolmetscherpool der Johannes Gutenberg Universität Mainz, stellen sich ehrenamtlich dolmetschende Studierende und Lehrkräfte des Arbeitsbereichs Interkulturelle Kommunikation zur Verfügung, um Menschen mit geringen Deutschkenntnissen bei Gesprächen in sozialen Einrichtungen zu helfen (Beratungsstellen, KiTas, Ämtern, Jugendhilfeeinrichtungen).

Das Sprachangebot ist groß: es reicht von Arabisch und Kurdisch über Chinesisch, Polnisch, Portugiesisch und Türkisch bis zu Ukrainisch. Allerdings gibt es einige Einschränkungen im Angebot, wie auf der Website zu lesen ist:

„Der Dolmetscherpool […] kooperiert nur mit Einrichtungen, die derzeit keine Möglichkeit haben, professionelle Dolmetscher zu beschäftigen. Insbesondere werden wir nicht im Bereich der Eingriffsverwaltung, vor Gericht, für die Polizei oder im Asylverfahren tätig. Ausnahmen bestehen lediglich in sozialpädagogischen Kontexten, wie etwa der Jugendgerichtshilfe, bei denen der sozialpädagogische Aspekt der Gespräche im Vordergrund steht. Der Dolmetscherpool erstellt keine schriftlichen Übersetzungen.“

Eine andere Universität, die Hochschule Karlsruhe, hat gerade testweise einen virtuellen Dolmetscherpool für Rheinland-Pfalz gestartet, der bestimmten Kommunalverwaltungen dieses Bundeslandes arabisch-sprechende und evtl. auch kurdisch-sprechende Dolmetscher_innen per Telefon zur Verfügung stellt.

Dieses Projekt soll zunächst ermitteln, wie und in welchem Ausmaß den Behörden tatsächlich durch eine solche telefonische Dolmetscherleistung geholfen werden kann. Für eine Laufzeit von sechs Monaten (Juni bis November 2015) wird der Bedarf nun geprüft.

Ehrenamtliche Dolmetscher-Pools sind eine sehr sinnvolle Ergänzung und Hilfe für Geflüchtete, die sich mit unserem Behördenwust und seiner Sprache nicht auskennen. Hoffentlich machen diese beiden schönen Beispiele Schule.

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