Willkommensinitiative – praktische Solidarität in Lüneburg

„Praktische Solidarität, die mehr als ein Lippenbekenntnis oder Erklärung ist, kann für die Geflüchteten einen großen Unterschied machen.“ So schreibt es die Willkommensinitiative aus Lüneburg auf ihrer Website. Die Initiative besteht erst seit einem Jahr, hat dabei aber bereits eine erstaunliche Menge an Projekten auf die Beine gestellt. Ein Mitglied der Initiative, Danae Christodoulou, wurde gerade von der Bundesregierung für ihre langjährige Arbeit mit der Integrationsmedaille ausgezeichnet.

Zunächst plante die Willkommensinitiative eine mehrsprachige Broschüre, die Flüchtlingen den Umgang mit Behörden, den Zugang zu Bildung, Spracherwerb und medizinischer Versorgung sowie praktische Alltagsdinge erklären sollte. Die Praxis, so schreiben sie auf ihrer Website, zeigte ihnen aber, dass eine Broschüre nicht genügt, dass eine persönliche Begleitung sehr viel effektiver und wichtiger ist. Und so gibt es derzeit sieben Projekte:

  • die persönliche Begleitung und Beratung
  • „Sprachbrücke“ – Unterstützung beim Lernen der deutschen Sprache (DaZ-Kurse, also Deutsch als Zweitsprache, sind geplant)
  • Hausaufgabenhilfe für die Flüchtlingskinder, die mangels Sprachkenntnissen oft sehr frustrierende Schultage haben
  • Fahrrad-Werkstatt, in der gespendete Fahrräder mit Flüchtlingen repariert und ihnen anschließend zur Verfügung gestellt werden
  • Kulturgarten, in dem gemeinsam mit Flüchtlingen gegärtnert wird
  • wöchentliche Teestunde, bei der neben dem gemütlichen Beisammensein auch über Probleme gesprochen werden oder Rat eingeholt werden kann
  • „Making the heim a better place“ – Hilfe zur Umgestaltung des Heims, um es wohnlicher zu machen

Außerdem wird über die Website sowie eine Facebookseite über die Initiative und ihre Fortschritte informiert. Die wichtigsten Texte auf ihrer Website sind auf Farsi, Arabisch, Französisch und Russisch übersetzt.

Ein Mitglied der Initiative schrieb mir außerdem:

Daneben begleiten wir die Stadtverwaltung bei Runden Tischen in der kommunalen Flüchtlingspolitik. Aktuell planen wir die Umgestaltung einer bis jetzt leeren Halle neben einer der Lüneburger Sammelunterkünfte zu einer Fahrrad- und Holzwerkstatt – gegen Lethargie und Langeweile im Lager.

 

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