Weihnachtsfreude ohne Schuhkarton

Unter den Flüchtlingen in Deutschland gibt es viele Christ_innen, die ihr heimatliches Weihnachtsfest schmerzlich vermissen, wie z. B. dieser Artikel der Westdeutschen Zeitung beschreibt. Die Evangelische Kirchengemeinde in Düsseldorf-Gerresheim z. B. hat deshalb schon einige Jahre lang „Weihnachtsfreude im Schuhkarton“ für die Flüchtlinge im Ort gesammelt. Doch in diesem Jahr wird es keine vorgepackten Schuhkartons mehr geben. Denn, so die Pastorin, das Gutgemeinte sei nicht immer gut. Sie schrieb mir dazu:

„Ein wesentlicher Teil unserer Weihnachtskultur ist, dass Wünsche in Erfüllung gehen. Das ist leicht bei Menschen, die wir gut kennen, deren Wünsche uns bekannt sind. […] Bei Menschen, die wir gar nicht kennen, die vielleicht aus einem ganz anderen Kulturkreis stammen, ist das schwieriger. Worüber würden sie sich besonders freuen? Schon unter Bekannten ist nicht garantiert, dass das, was der eine für ein schönes Geschenk hält, beim anderen auch gut ankommt.“

Aus diesem Grund hat der Diakonieausschuss rund um Pfarrerin Cornelia Oßwald beschlossen, in diesem Jahr einmal anders vorzugehen, und zwar ganz ohne die gutgemeinten schon gekauften Geschenke im Schuhkarton:

„Deshalb wollen wir in diesem Jahr zu Weihnachten Geschenkgutscheine als Weihnachtspräsente überreichen. Erwachsene sollen von uns jeweils einen Gutschein über 10,- € für die Drogerie Rossmann erhalten – und können sich dafür einmal etwas gönnen, was das Budget sonst nicht hergibt. Und für die Kinder erhalten deren Eltern einen Gutschein für das Spielwarengeschäft Müller auf der Benderstraße, ebenfalls pro Kind 10,- €. Da können dann die Eltern ihren Kindern zu Weihnachten kleine Wünsche erfüllen und auch einmal neues Spielzeug kaufen statt immer nur Almosenempfänger gebrauchter Sachen zu sein.“

Die Gutscheine können selbst gekauft werden und vor Ort (im Gemeindebüro Heyestr. 95 oder im Café, in den Evangelischen Kindertagestätten Vereinsstraße 10, Dreherstraße 210c und Apostelplatz 1) abgegeben werden. Die Summe kann auch in bar gespendet werden (in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Geld/Gutscheine für Weihnachtsfreude z. Hd. Pfarrerin Oßwald“, mit Name, Adresse und dem Hinweis, ob man eine Spendenquittung wünscht). Die Gutscheine werden anschließend verpackt, mit süßen Kleinigkeiten ausgestattet und ab dem 9.12. an die Besucher_innen der Caritas-Diakonie-Sprechstunde ausgegeben.

Nachtrag (11.12.2014): Dank der Spenden von Gemeindegliedern der evangelischen und katholischen Ortsgemeinde konnten gerade Gutscheine für mehr als 4.000 Euro zusammen mit „süßen Tüten“ verschenkt werden, schrieb mir Pfarrerin Oßwald soeben.

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