Über

wie-kann-ich-helfen.info ist das erste und einzige umfangreiche Informationsportal für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe in Deutschland. Anders als viele vermuten, steckt kein Konzern, keine Behörde dahinter, sondern eine einzelne Person: die Journalistin und Texterin Birte Vogel.

Ich habe das Portal im Herbst 2014 gegründet, als noch niemand über Flüchtlinge sprach. Damals war ich auf der Suche nach Hilfsmöglichkeiten in meiner Nähe, fand aber nichts. Es gab im Internet fast keine Informationen dazu, nicht hier und nicht in ganz Deutschland. Die meisten Menschen wussten genauso wenig wie ich, an wen sie sich überhaupt wenden könnten, wenn sie helfen wollten. Diese Lücke begann ich nun in meiner Freizeit mit wie-kann-ich-helfen.info zu füllen.

Und dann kam der Spätsommer 2015, in dem das Thema Flüchtlinge die Nachrichten dominierte. Es bildeten sich auf einen Schlag Tausende Initiativen, um den vielen Menschen, die plötzlich bei uns Zuflucht suchten, zu helfen. Zigtausende Hilfswillige landeten und landen bis heute bei ihrer Suche nach Hilfsmöglichkeiten auf wie-kann-ich-helfen.info.

Mein ursprüngliches Vorhaben, alle Initiativen in Deutschland aufzulisten, war allerdings aufgrund der explodierenden Anzahl der neu entstehenden Gruppen, gar nicht mehr zu bewältigen. Hinzu kam die unfassbare Gewalt von Rechten und Rechtsextremen gegen Flüchtlinge. Private Spenden ermöglichten mir, eine Zeitlang auch Arbeitszeit, nicht mehr nur meine ganze Freizeit, in dieses Portal zu investieren. So konnte ich auch für viele der Orte, an denen Brandanschläge und andere Gewalttaten verübt wurden, sehr zeitnah die Hilfsprojekte FÜR Flüchtlinge vorstellen.

Ich erhalte bis heute zahllose E-Mails und Anrufe, und habe leider längst noch nicht alle beantworten können. Es fehlen auch noch viele Initiativen auf diesem Portal, die ich aber, so schnell wie es mir möglich ist, vervollständigen will. Doch finden Sie nirgendwo sonst einen solchen Fundus an Möglichkeiten, wie Sie Flüchtlinge bei ihrem Neustart in unserem Land unterstützen können.

Die Stimmung im Land hat sich verändert: aber nicht so, wie viele Rechte und Rechtsextreme es dauernd propagieren – sie kippt nicht zu Lasten der Flüchtlinge. Im Gegenteil – die Aufnahme- und Hilfsbereitschaft empfinde ich nach wie vor überwältigend. Ja, es gibt Probleme, und, ja, hier und da gibt es auch (viel) Ärger.

Aber glaubt irgendjemand ernsthaft, dass wir das hier einfach mal eben so ganz nebenbei und höchstprofessionell wuppen können? Und dass Flüchtlinge aus mehr als zwanzig völlig verschiedenen Ländern und Kulturen automatisch ahnen können, wie die gesellschaftlichen Regeln in Deutschland sind? Dass sie nur einen Schalter im Hirn umlegen müssen, und dann automatisch quasi „deutsch“ sind (was auch immer das heißen mag)? Dann haben sich diese Leute wohl noch nie im Ausland einige der Deutschen vor Ort angeschaut, die sich mancherorts auch nach Jahrzehnten teilweise noch nicht integriert haben, geschweige denn, die Landessprache halbwegs sprechen.

Was wir nicht brauchen, sind Schwarzmaler_innen, Propagandaschleudern und Missgünstige, die sich, ohne einen plausiblen Grund zu haben, jetzt plötzlich benachteiligt und bedroht sehen. Wer derzeit noch immer auf den Straßen gegen Flüchtlinge demonstriert, wer pauschal den Islam für alles Übel dieser Welt und die Flüchtlinge für das eigene Versagen verantwortlich macht, handelt nicht nur höchst verantwortungslos und unchristlich, sondern sägt in bodenloser Dummheit und Geschichtsvergessenheit an einer der tragenden Säulen unseres Landes, der Toleranz. Navid Kermani schreibt ganz richtig:

“Wir müssen für die Ideale der Gerechtigkeit und der Toleranz jeden Tag eintreten, im Alltag, am Arbeitsplatz oder in der Schule, in den Parteien, Gewerkschaften oder religiösen Gemeinden, und auch – das schätzen viele von uns leider zu gering – an den Wahlurnen“.

wie-kann-ich-helfen.info steht für genau diese Toleranz. Mein Portal steht dafür, dass die Menschen, die hier Zuflucht suchen, selbstverständlich ein Recht auf ein faires und rechtlich einwandfreies Asylverfahren haben. Es steht dafür, dass wir als Gesellschaft die Pflicht haben, die Menschen, die nun bei uns leben – egal, wie lange sie bleiben werden –, zu befähigen, sich mit den für sie fremden Regeln in der fremden Sprache zurechtzufinden, sich wohlzufühlen und sich eine Zukunft aufzubauen. Wir alle sind Teil und profitieren von der Solidargemeinschaft – auch und gerade die, die sie kritisieren. Mein Portal steht aber auch für die Einladung an die Geflüchteten, sich mit all ihren Fähigkeiten, Talenten und ihrem Wissen in jeder Hinsicht an unserer Gesellschaft zu beteiligen.

Tolerant zu sein, bewusst offen für das Neue, das Andere, kann eine der bereicherndsten Erfahrungen überhaupt sein – für die ganze Gesellschaft. Ich hoffe, ich kann mit meinem Portal ein kleines bisschen dazu beitragen.

Herzlich,
Birte Vogel

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