Salzhemmendorf – Solidarität und Hilfe für Flüchtlinge von jung bis alt

Auch im niedersächsischen Salzhemmendorf hat eine Flüchtlingsunterkunft gebrannt. Doch auch hier gibt es selbstverständlich Menschen, die Flüchtlingen helfen – von einer großen Solidaritätsaktion über kirchliches Engagement bis hin zu einem Runden Tisch.

Dublin III ist der Alptraum vieler Flüchtlinge. Haben sie sich hier eingelebt, müssen sie jederzeit damit rechnen, abgeschoben zu werden in das Land, in dem sie zuerst europäischen Boden betreten haben – oft ohne jede Rücksicht darauf, wie es ihnen gesundheitlich geht oder wie gut sie sich bereits integriert haben.

Gegen genau so eine Abschiebung haben sich Mitschüler_innen zweier syrischer Brüder in Salzhemmendorf zusammengeschlossen. Sehr medienwirksam haben sie mit der Kampagne „SaveKraja“ gegen die geplante Abschiebung der Familie, die zuerst slowenischen Boden betreten hatte, demonstriert. Sie haben Interviews gegeben, die Zeitungen berichteten, Radio ffn ebenfalls, sogar NDR und ARD berichteten über die Aktion. Sie hatten eine Petition mit der Forderung, die Abschiebung zu stoppen, gestartet, und sie haben eine Facebook-Seite eingerichtet.

Die Schulleiterin wird im NDR zitiert:

“Wir leben in einer strukturschwachen Gegend und wir freuen uns über jede Familie mit fünf Kindern, die hier herkommt“, meint Christine Sprengel. Das werte den Ort auf. Auch sie sagt: Die Familie habe sich gut integriert, sie habe viele Freunde gefunden. „Meine Schüler sehen überhaupt nicht ein, dass sie ihre Freunde wieder hergeben sollen. Und meine Kollegen sehen nicht ein, dass sie so tolle Schüler wie Marwan und Mohamed wieder hergeben sollen“, führt sie fort.“

Über das Engagement der Schüler_innen und Lehrenden hinaus sind auch Ehrenamtliche tätig, um alle Geflüchteten in Salzhemmendorf willkommen zu heißen und ihnen das Einleben zu erleichtern. Zum einen sind die christlichen Kirchen aktiv und bitten weiterhin um Mithilfe. Dann gibt es einen Runden Tisch zum Austausch über das Thema Flüchtlinge und die Hilfsmöglichkeiten, die Gemeindeverwaltung koordiniert die Möbelspenden, und der Seniorenrat informiert über einige Hintergründe des Asylrechts und über Möglichkeiten des Engagements. Nicht zuletzt freut sich die Freiwilligenagentur noch über Helfer_innen für die Reparatur der Fahrradspenden sowie Integrationshelfer_innen.

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