Sachspenden – was benötigen Flüchtlinge denn so?

Bei Sachspenden für Flüchtlinge denken viele zuerst an Kleidung, denn die Flüchtlinge kommen meist mit nicht mehr als den Kleidern, die sie auf dem Leib tragen, in Europa an. Doch sind sie erst einmal hier, geht ihr Bedarf natürlich weit über Kleider hinaus. Was also könnten Sie in Ihrem Umfeld für die Flüchtlinge in Ihrer Nähe sammeln?

Eine solche Sachspenden-Sammlung sollte immer nur nach Rücksprache mit den Flüchtlingen selbst und den Helfer_innen in den Gemeinschaftsunterkünften geschehen. Es ist schon sehr häufig vorgekommen, dass z. B. hilfsbereite Gruppen stämmiger Senior_innen ihre Schränke geplündert haben, dass aber ihre Kleidergrößen in einer Unterkunft für junge Männer leider völlig fehl am Platze waren. Dann saßen die Gruppen auf ihren Kleidersäcken und wussten nicht, wohin damit.

Es werden übrigens nicht nur Sachspenden in den großen Sammelunterkünften, Erstaufnahmeeinrichtungen etc. gebraucht. Auch die dezentral untergebrachten Flüchtlinge benötigen dringend ganz alltägliche Gegenstände, die sie sich häufig aus Kostengründen selbst nicht leisten können oder wollen, weil das Wichtigste zunächst das tägliche Überleben ist – also Essen, Kleidung und der dünne Draht per Handy zur Familie in der Heimat.

Wenn Sie also Sachspenden sammeln und sich mit den Flüchtlingen abgesprochen haben, dann schauen Sie doch mal, ob Ihr Umfeld auch solche Dinge abgeben möchte:

  • Wörterbücher (Tipps zum Sammeln finden Sie hier)
  • Kinderwagen, -tragen, -tragetücher, Kinderbadewanne
  • Spielzeug (waschbare Kuscheltiere, Puppen, Lego, Autos, Bauklötzchen, Knete usw.), Spielesammlungen
  • Malpapier & Stifte (Buntstifte, Filzstifte, Kreide, Wachsmalstifte, Wasserfarben, Fingerfarben usw.)
  • Bastelsachen (bunte Papiere, Klebstoffe, Bastelscheren, Stoffreste, bunte Fäden usw.)
  • Kisten, Boxen, Stiftehalter etc. zur Aufbewahrung des Kleinkrams (von Kindern und Erwachsenen)
  • Bilderbücher, Kinderbücher, Malbücher, Bastelbücher usw.
  • Schulranzen, Stiftmäppchen, Stifte, Schulhefte, Schulbücher, Zeichenblöcke, Taschenrechner
  • Sportkleidung für Kinder und Erwachsene (Trainingsanzüge, T-Shirts, Shorts, Turnschuhe, Fußballschuhe usw.)
  • Bälle, Fußbälle, Basketbälle, Volleybälle, Federball, Tischtennisschläger & -bälle usw.
  • Springseile, Gummitwist
  • Fahrräder, Fahrrad-Ersatzteile, Luftpumpen, Flickzeug, Werkzeug, Fahrradlampen (der heutigen Straßenverkehrsordnung gemäß), intakte Fahrradhelme, Regenjacken fürs Radfahren, Körbe für den Gepäckträger, Fahrradanhänger (sowohl für Kinder als auch für Lasten – Letzteres besonders wichtig für Flüchtlinge in ländlichen Gegenden, um einkaufen zu können)
  • Kinderräder mit und ohne Stützräder, Dreiräder, Roller, Kickboards, Rollschuhe, Inlineskates, Skateboards usw.
  • Waschbare Decken und Kissen für Betten und Sofas
  • Tischdecken, Servietten, Tagesdecken, Sofaüberwürfe, Zierkissen
  • Wasserkessel, gut erhaltene Töpfe, Pfannen, Auflaufformen
  • intaktes Geschirr, Besteck, Küchenmesser, Kochlöffel, Mixer usw.
  • Nachttischlampen, Schreibtischlampen, Deckenlampen, Nachtleuchten, Stehlampen usw.
  • Staubsauger, Besen, Wischmopp (neuwertig), Eimer, Wischlappen, Küchentücher, Geschirrtücher
  • Waschmaschine, Kühlschrank, Herd, Spülmaschine, Fön, Rasierapparat
  • Wäschekiste für Schmutzwäsche, Wäschekorb, Wäscheklammern, Wäscheständer, Waschpulver, Fleckensalz, Wollwaschmittel
  • Radio, Fernseher, Sat-Receiver (mit den nötigen Kabeln) usw., Stereoanlage mit Lautsprechern, CD-Player, DVD-Player
  • Handys, Laptops, Tablet-Computer, Computer mit den nötigsten Officeprogrammen und Internetzugangsmöglichkeit, Drucker, Druckpatronen/Tonerkartuschen
  • Hygieneartikel (auch für Allergiker_innen, also z. B. frei von Duftzusätzen): Shampoo, Duschgel, Badezusatz, Handcreme, Gesichtscreme, Seife (flüssig und fest), Tampons und Binden, Windeln usw.
  • Haarbänder, Spangen, Haarreifen usw.
  • Nähmaschinen, Strickzeug, Stickzeug, Häkelnadeln, Wolle, Stoffe, Nähgarne, Stoffscheren, Stoffkreide
  • Werkzeug, Werkzeugkasten für alltägliche Reparaturen, mit Hammer, Zangen, Bohrmaschine, den gängigsten Nägeln, Schrauben, Dübeln usw.
  • Schuhputzkasten
  • Bilderrahmen, Spiegel, Kerzenhalter, Blumentöpfe
  • Möbelstücke: Kommoden, Schränke, Regale, Nachttische, Unterbettkommoden, Arbeitsplatten für die Küche, Sessel, Garderoben usw.
  • Handtaschen, Umhängetaschen, Sporttaschen, Aktentaschen, Regenschirme
  • Gardinen, Gardinenstangen, Jalousien, Rollos
  • Romane, Krimis, Schmonzetten, Sachbücher für die, die schon gut Deutsch könnenDVDs, CDs (Klassik, Rock, Jazz, Hiphop, Rap usw.)
  • Rollstühle, Rollatoren, Dusch-Stühle
  • … und sicher fällt Ihnen noch jede Menge mehr ein.

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8 Gedanken zu „Sachspenden – was benötigen Flüchtlinge denn so?

  1. ich würde gerne helfen mit Sachspenden doch wo und wie ich das machen kann weis ich nicht!! Wir haben bei uns in der Nähe einen asylantenheim doch ich kann da ja nicht einfach reinspazieren.. würde mich sehr freuen wenn sie mir da behilflich sein könnten.. Danke Mfg Aylin

    • Hallo Aylin,
      doch, da können Sie einfach reinspazieren und z. B. im Büro der Betreibergesellschaft oder direkt bei den Geflüchteten fragen, was die Menschen dort am dringendsten benötigen. Möglicherweise gibt es dort auch bereits Gruppen, die sich um Sachspenden kümmern, und die können meistens Hilfe gebrauchen. Wenn Sie nicht direkt zum Heim gehen möchten, fragen Sie doch mal bei der Kirchengemeinde, Diakonie oder Caritas in der Nähe, welche Sachspenden oder Hilfe sie benötigen. Und wenn es noch gar keine Hilfsinitiativen geben sollte, dann gibt es hier im Portal jede Menge Anregungen, was Sie machen könnten, z. B. einen Tauschflohmarkt (http://wie-kann-ich-helfen.info/tauschflohmarkt-mit-fluechtlingen/1040).
      Viel Erfolg und viele Grüße
      Birte Vogel

      • Hallo Birte, wir hätten auch Sachspenden, aber wo finde ich hier in der Nähe (Frankfurt a.M) ein Flüchtlingsheim, wo ich einfach so „reinspazieren“ kann? Tauschflohmarkt wäre auch ok.

        • Hallo Gerd,
          da die Adressen der Heime aus Sicherheitsgründen selten öffentlich gemacht werden, würde ich raten, bei einer der Organisationen (telefonisch :-) ) reinzuspazieren und anzufragen, was überhaupt gebraucht wird. In Frankfurt weiß ich z. B. von „noborder ffm“ http://wie-kann-ich-helfen.info/sammlung-von-winterkleidung/240.
          Ansonsten gibt’s auch die Möglichkeit, beim Hessischen Flüchtlingsrat (http://www.fr-hessen.de/), im Ordnungsamt Ffm, bei der/dem Integrationsbeauftragten, bei der Diakonie, der Caritas oder einer der Kirchengemeinden anzufragen.
          Und einen Tauschflohmarkt kann man ja dann anregen oder gemeinsam organisieren.
          Viele Grüße
          Birte Vogel

  2. Hallo, wir würden auch so gern tätig werden und helfen, aber wie und wo in der Nähe von Halle (Saale) und darüber hinaus??? Kann man Sachspenden tatsächlich auch persönlich überbringen und vor Ort Hilfe anbieten?
    Danke und mit freundlichen Grüßen
    Skadi

    • Hallo Skadi,

      wenn Sie hier im Blog aktuell nichts bei sich in der Nähe finden, fragen Sie am besten bei den Behörden (z. B. Ordnungsamt oder Sozialamt), bei den Kirchengemeinden, Caritas, Diakonie etc. in Ihrer Nähe nach – dort wird sicher jemand Hilfsprojekte kennen. Und wenn Sie davon gehört haben, lassen Sie’s mich bitte wissen, damit ich diese auch hier eintragen kann, ja? Falls es noch keine Projekte geben sollte, finden Sie hier ja sehr viele Anregungen.

      Was das persönliche Überbringen von Sachspenden und das Hilfsangebot direkt vor Ort betrifft: eindeutig ja. Aber an jedem Ort werden andere Dinge und Hilfen benötigt, deshalb sollte man immer vorher nachfragen, wo aktuell Mangel herrscht.

      Viel Erfolg!
      Birte Vogel

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