Menschlichkeit und Schul-Auktionen für die neuen Nachbarn in Einbeck

Mit Bedacht haben sie in Einbeck den Namen für ihr Projekt gewählt: „Neue Nachbarn“. Er zeigt, dass die Ankunft der Flüchtlinge nicht als etwas Vorübergehendes abgetan wird. In Einbeck sind Flüchtlinge für die Dauer ihres Hierseins – ob es wenige Wochen oder viele Jahre sind – Mitmenschen, also auch Nachbarn. Nachbarn, denen man hilft.

Die niedersächsische Stadt mag zwar vor allem für Fachwerk, Bier und die Saatzucht bekannt sein, doch gibt es in dieser Stadt auch zahlreiche Ehrenamtliche, die den Geflüchteten beim Neustart in Deutschland unter die Arme greifen. Hier ein paar Beispiele für das Engagement:

  • Das schon erwähnte Projekt „Neue Nachbarn“ der Diakoniestiftung Nächstenliebe bringt Einheimische und Geflüchtete in Kontakt. Die Helfer_innen unterstützen im Alltag, beraten und bieten Fortbildungen an. Sie sammeln Möbel und andere Sachspenden, und sie bieten einen regelmäßigen Treffpunkt an zum Reden, Kaffeetrinken und Spielen, und, zusammen mit der Jugendwerkstatt ein Reparaturcafé für Fahrräder. Nicht zuletzt gibt es einmal pro Woche die Krabbelgruppe „Brücken bauen“ für die Kinder der Geflüchteten. Über seine Facebook-Seite vermeldet das Projekt aktuelle Spendenbedarfe vom Skateboard bis zur Sportkleidung, Termine aus der Umgebung und eigene Hinweise.
  • Eine lokale Tanzschule ermöglicht drei Kindern, drei Monate lang bei einem Tanzkurs mitzumachen.
  • Die Musikschule hat unter dem Motto „Refugees welcome: Musikangebote für alte und neue Nachbarn“ diverse Projekte entwickelt: von der musikalischen Früherziehung über diverse Chorprojekte bis hin zum freien Erlernen von Instrumenten. All dies ist für Geflüchtete kostenlos.
  • Der Rollkunstlaufverein RSV Einbeck lud Geflüchtete Familien kürzlich zu einer kostenlosen Generalprobe seines Stücks „Peterchens Mondfahrt“ ein.
  • Wie die Einbecker Morgenpost berichtet, hilft der Förderverein der Grundschule Kreiensen-Greene mit Deutschkursen, Unterstützung im Alltag und Sachspendensammlungen.
  • Eine besonders schöne Aktion war die Auktion der Goetheschule. Die Gymnasiast_innen boten ihre eigene Arbeitskraft, Künstlerisches und Kunsthandwerkliches an. Alles konnte mit einem Erstgebot von 10 Euro oder mehr ersteigert werden. Laut Website des Gymnasiums standen u. a. diese Dinge zur Versteigerung: „Gutscheine für Laubfegen, Aufräumen, Stallausmisten, Gassigehen, die Ausgestaltung einer Weihnachtsfeier mit Kuchenbuffet, tänzerischen oder musikalischen Darbietungen, Auf- und Abbau einer Weihnachtsfeier, Gemälde in verschiedenen Maltechniken, weihnachtliche Accessoires und gestrickte Socken“.
  • Die „Karnevalsfreunde“ der Stadt sammelten auf ihrer jährlichen Bierordenverleihung und Galasitzung Geld für eine Spende an das Projekt „Neue Nachbarn“
  • Zusammen zum Weihnachtsmarkt: Eine Lehrerin brachte ihre geflüchteten Schüler_innen mit Senior_innen eines Alten- und Pflegeheims zusammen, um gemeinsam den Einbecker Weihnachtsmarkt zu besuchen.
  • Die Stadt Einbeck informiert darüber hinaus über für Geflüchtete interessante oder wichtige Adressen auf ihrer Website.

 

Translate »