Marl – großes Netz der Solidarität und Hilfe für Flüchtlinge

In Marl gab es an einer fast fertigen Flüchtlingsunterkunft zunächst rechtsextreme Schmierereien und dann einen Brandanschlag. Doch gibt es in Marl selbstverständlich, wie an allen anderen Orten im Land, ein breites Bündnis der Hilfe für Flüchtlinge. Ganz vorbildlich sind Informationen dazu sogar sehr leicht über die Website der Stadt Marl zu finden.

Gleich auf der Startseite der Stadt ist die Flüchtlingshilfe als erster Menüpunkt verlinkt. Darunter informiert sie über die Möglichkeiten, zu helfen, über Veranstaltungen und regelmäßige Termine und Treffpunkte sowie die Anlaufstellen im Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe. Sie informiert über die Kontaktmöglichkeiten zu den beiden Personen, die die Flüchtlingshilfe in Marl koordinieren. Sie verlinkt hilfreiche Informationen für Helfer_innen und Flüchtlinge und informiert über die neusten Entwicklungen zum Thema.

Die Hilfe, die Marl geleistet wird, ist vielfältig und durchzieht die ganze Gesellschaft. Laut RuhrNachrichten.de sind zahlreiche Menschen daran beteiligt:

„AWO, Kirchen, Selbsthilfegruppen, Muslime, Aleviten, die Stadt – alle knüpfen ein Netz der Solidarität.“

Hier einige Beispiele der Hilfe, die zu den „normalen“ Hilfen durch Ehrenamtliche (Sprachkurse, Behördenbegleitung, Fahrradwerkstatt etc.) noch hinzukommt:

  • Eine Schule sammelte laut HalternerZeitung.de in zwei Spendenrunden zunächst 2.000 Euro, und dann noch einmal 450 Kilo Lebensmittel für die Flüchtlinge.
  • Es gab laut RuhrNachrichten.de bereits mehrere „Willkommensmahle“ in einer Kirche, bei denen Menschen aus Marl und Flüchtlinge gemeinsam kochten und aßen.
  • In einer anderen Kirche findet regelmäßig ein Café International statt, bei dem Flüchtlinge Menschen treffen, die ihnen als Lots_innen zur Seite stehen können.
  • Im Rathaus von Marl fand Ende 2015 das Abrahamsgastmahl statt, bei dem sich traditionell Christ_innen, Jüd_innen und Muslim_innen in Frieden treffen und gemeinsam essen. Diesmal platzte der Saal aus allen Nähten, weil nun auch zahlreiche Flüchtlinge daran teilnahmen.
  • Ein Bildungsinstitut bietet Geflüchteten ein Coaching, das sie fit für Ausbildung und Beruf macht (Sprachkenntnisse, Kenntnisse zum Arbeitsmarkt, IT-Grundlagen, Zeugnisanerkennung, Unterstützung bei Bewerbungen).
  • Die Ruhrfestspiele bieten einen HipHop-Tanzkurs, einen Theater-Workshop und ein Chor-Projekt an.
  • Der Verein REinit bietet eine Teilnahme an einem Percussion Orchestra an.
  • Es wird eine Fortbildung für Lehrer_innen zum Thema „Flüchtlingskinder an unseren Schulen“ angeboten.

Und nicht zuletzt haben schon 2014 Stadt, AWO und ein Bildungszentrum Helfer_innen in allen Fragen geschult, die in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe auftauchen, von Anlaufstellen bei der Möbelsuche bis hin zum Grenzenziehen bei drohender Überforderung.

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