Kurzzeit-Schule für Kinder in der Erstaufnahme

„Sie sind da, sie sind Kinder, und Kinder haben einen Anspruch auf Bildung“, sagt Regierungsschuldirektor Thoms in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Deshalb gebe es in Bramsche-Hesepe die „Lagerschule“. Die ermöglicht es den Kindern in der Erstaufnahme-Einrichtung, in der kurzen Zeit, die sie dort untergebracht sind, schon zur Schule zu gehen. Ein wenig Alltag im Chaos der Flucht.

Einfach ist es wohl nicht, sowohl für die Kinder als auch für die Lehrkräfte, wenn die Kinder teilweise nur wenige Tage oder Wochen bleiben, zumal sie nach deutschem Recht noch gar keinen Anspruch auf Unterricht haben. Doch, so die Zeitung:

„Die Jungen und Mädchen werden genauso unterrichtet, als blieben sie länger in der [Erstaufnahme-Einrichtung].“

Sie lernen in dieser Schule ihre ersten deutschen Worte, sie können ein bisschen in das deutsche Schulsystem hineinschnuppern, sie lernen, wie das mit dem Busfahren geht oder sie frühstücken auf Einladung in einem Supermarkt. Und sie haben ein wenig Abwechslung in der scheinbar bis über die Obergrenze gefüllten Einrichtung.

Eine weitere Herausforderung sei der unterschiedliche Bildungsstand der Kinder – manche waren in ihrer Heimat auf einem gymnasialen Äquivalent, andere haben noch nie eine Schule besucht. Und doch nähmen sie alle etwas aus dieser kurzen Schulzeit in der „Lagerschule“ mit, so die Zeitung:

„Die Lehrkräfte, die zum Teil schon seit Jahren in der LAB im Einsatz sind, schaffen es, über visuelle Eindrücke und Spiel den Kindern einen Zugang zur deutschen Sprache zu vermitteln. „Die Kinder saugen das auf wie ein Schwamm“, bestätigt der frühere Schulleiter Thoms […].“

Zumindest so lange, bis die Kinder sagen: „Ich hab Transfer.“ Danach haben sie in jedem Fall ein Anrecht auf Schulbildung und werden an ihrem neuen Wohnort schnellstmöglich in die normalen Schulklassen integriert.

Die Lehrkräfte dieser „Lagerschule“ in Hesepe, bezahlt vom Land Niedersachsen, werden extra für diese Schule abgeordnet. Derzeit werden, so die Zeitung, 80 Stunden Grundschulunterricht und 60 Stunden Hauptschulunterricht gegeben.

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