Heimfocus – ein Magazin von und für Flüchtlinge

Das Magazin ist entstanden aus der Einsamkeit eines einzelnen Flüchtlings inmitten einer Masse von Flüchtlingen in der mittelfränkischen Erstaufnahmeeinrichtung Zirndorf. Addis Mulugeta wollte Flüchtlingen eine Stimme geben und erhielt dafür 2011 den Würzburger Friedenspreis.

In seiner Rede zur Preisverleihung (hier ein paar Impressionen) sagte der Initiator des Magazins „Heimfocus“, die Flüchtlinge sollten sich darüber äußern können:

„[…] wer sie sind, was sie mitbringen, was sie brauchen, warum sie hergekommen sind und was sie belastet. [Das Magazin] soll die Kluft zwischen den Flüchtlingen und den Einheimischen schließen, und zwar von beiden Seiten. Es soll ein Umdenken bewirken von Misstrauen und Vorurteil hin zu Dialog und Wertschätzung der Kulturen-Vielfalt.“

Der äthiopische Journalist hatte in seiner Heimat, schreibt Pro Asyl, bereits mehrfach wegen regimekritischer Texte im Gefängnis sitzen müssen. Nach seiner Flucht landete er in Würzburg und gründete mit anderen zusammen „Heimfocus“, das alle drei Monate erscheint, im März 2015 bereits zum 20. Mal. Unterstützt wird es von Pro Asyl, Flyeralarm, der Stadt Würzburg u. a.

Im Magazin werden nicht nur lokale Themen angesprochen, sondern auch überregionale und internationale Themen behandelt. In der Serie „Hund oder Mensch“ steht zusammengefasst, warum dieses Heft so wichtig ist:

„In Wahrheit jedoch wird global ein politisches und soziales Klima verbreitet, das Verschiedenartigkeit negativ besetzt, Uneinigkeit und Zerstörung befördert, statt auf die positive und konstruktive Kraft von Verständigung und Einigkeit zum Überleben der Menschheit zu setzen. Dieses negativen Kräfte entfernen uns alle immer mehr von den lebenswichtigen Wurzeln unserer Existenz und bedrohen das natürliche Gleichgewicht auf der Welt, deren Teil wir sind.“

„Heimfocus“ weist auf Missstände und Positives hin, gibt den Flüchtlingen eine selten gehörte Stimme und berichtet über zahlreiche Projekte und Initiativen. Alle Hefte sind auf der Website kostenlos online verfügbar, ab der 11. Ausgabe auch als E-Book (pdf).

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