Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ich erhalte viele E-Mails von Menschen, die gerne helfen würden, aber nicht wissen, wo sie nachfragen können, wo sie für ihre Idee Unterstützung bekommen können oder wer die gesammelten Winterkleider bei ihnen zu Hause abholen kommt. Für all diese Fragen werde ich hier nach und nach versuchen, Antworten zu finden.

Bitte bedenken Sie, dass ich dieses Portal ehrenamtlich führe. Ziel des Portals ist es, über Projekte und Initiativen zu informieren (s. auch „Wie geht das hier?„). Individuelle Anfragen kann ich deshalb aus Zeitgründen i. d. R. leider nicht mehr beantworten. Ich hoffe, diese FAQ helfen Ihnen stattdessen weiter. Ein Klick auf die Frage bringt Sie zur Antwort (falls das nicht klappt, scrollen Sie einfach nach unten).

  1. Welche Möglichkeiten gibt es grundsätzlich, Flüchtlingen zu helfen?
  2. Können Sie mir sagen, wo ich bei mir im Umkreis helfen kann? Oder wo ich Informationen bekomme?
  3. Wer holt Spenden bei mir zu Hause ab?
  4. Wo kann ich meine Sachspenden hinbringen?
  5. Ich möchte eine Patenschaft für einen Flüchtling übernehmen. Was muss ich tun?
  6. Ich würde gerne einem Flüchtling oder einer Familie beim Eingewöhnen helfen und sie im Alltag begleiten. Wie geht das?
  7. Ich würde gerne eine Mentoring-/Integrationslotsen-Ausbildung machen. Wie und wo geht das?
  8. Ich bin kein_e Lehrer_in. Kann ich trotzdem Flüchtlingen Deutsch beibringen?
  9. Ich würde gerne einen Flüchtling oder eine Familie bei mir aufnehmen. Wie geht das?
  10. Ich möchte einem Flüchtling gerne einen Ausbildungsplatz anbieten. Wie geht das?
  11. Ich habe Hemmungen, einfach so auf die Flüchtlinge zuzugehen, möchte aber gerne helfen. Was mache ich dann?
  12. Finden die Flüchtlinge es nicht aufdringlich oder demütigend, wenn ich mit Hilfsangeboten ankomme?
  13. Ich spreche deren Sprachen nicht – wie kann ich mich mit den Flüchtlingen überhaupt verständigen?
  14. Ich habe das Gefühl, die Flüchtlinge glauben, ich werde für meine ehrenamtliche Hilfe bezahlt. Was tun?
  15. Die Flüchtlinge bei uns hocken immer nur mit ihren Landsleuten zusammen und unternehmen selbst rein gar nichts, um sich zu integrieren. Warum?
  16. Was kann ich den fremdenfeindlichen Sprüchen mancher Menschen in meiner Umgebung entgegnen?
  17. Wie reagiere ich auf Hate Speech (hasserfüllte Kommentare) im Internet?
  18. Mich belastet die Arbeit mit Flüchtlingen emotional. Wo kann ich Hilfe dafür finden?

 

  1. Welche Möglichkeiten gibt es grundsätzlich, Flüchtlingen zu helfen?
    Darum geht es hier im gesamten Blog. Bitte schauen Sie einmal ganz oben in die rechte Spalte: unter Kategorien finden Sie alle Möglichkeiten, über die hier berichtet wird. Darüber hinaus können Sie im Magazin „Hinterland“ des Bayerischen Flüchtlingsrates immer wieder über ehrenamtliches Engagement lesen. Über weitere Möglichkeiten ist mir bislang nichts bekannt – und wenn doch, dann stelle ich sie hier im Blog vor. Siehe dazu auch den nächsten Punkt.
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  2. Können Sie mir sagen, wo ich bei mir im Umkreis helfen kann? Oder wo ich Informationen bekomme?
    Nein, das kann ich leider nicht. Ich sammle hier nur Projekte, aber ich habe keinen Überblick darüber, was darüber hinaus bei Ihnen vor Ort getan wird. Was Sie hier nicht finden, ist mir auch nicht bekannt.
    Wenn Sie aber dennoch bei sich im Umkreis helfen möchten, dann rate ich Ihnen, sich z. B. an Ihr Ordnungsamt zu wenden. Dort sind oft diejenigen ansässig, die sich um die Themen rund um Migration und Asyl kümmern. Oder fragen Sie bei der örtlichen Caritas, beim Diakonischen Werk, Ihrer Kirchengemeinde, dem Roten Kreuz oder einer Freiwilligenagentur in Ihrer Nähe nach. Eine andere Möglichkeit wäre, auf der Website des Flüchtlingsrates Ihres Bundeslandes nach den für Ihre Stadt oder Ihren Landkreis zuständigen Stellen zu schauen.
    Stimmt, das kann viel Herumtelefoniererei bedeuten – aber genau deshalb habe ich dieses Portal ins Leben gerufen, um es in Zukunft Interessierten wie Ihnen etwas leichter zu machen, ein Hilfsprojekt in ihrer Nähe zu finden. Wenn Sie also von Projekten hören, die ich hier noch nicht aufgelistet habe, schicken Sie mir darüber gerne Informationen!
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  3. Wer holt Spenden bei mir zu Hause ab?
    Niemand. Die Arbeit für Flüchtlinge ist ehrenamtliche Arbeit, meist fehlt es an allen Ecken und Enden an tatkräftiger Mithilfe, sodass niemand Zeit hat, quer durch die Stadt zu fahren, um eine Tüte mit Sachspenden abzuholen. Wenn Sie gerne Kleidung, Spielzeug etc. spenden möchten, erkundigen Sie sich bitte immer vorher bei den zuständigen Stellen, was dort überhaupt benötigt wird. Und bitte bringen Sie die benötigten Dinge erst danach selbst dort hin.
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  4. Wo kann ich meine Sachspenden hinbringen?
    Bei Sachspenden gilt grundsätzlich, dass Sie – egal, wohin Sie sie bringen möchten – zunächst dort nachfragen müssen, ob das, was Sie spenden möchten, überhaupt gebraucht wird. Denn manches ist bereits im Überfluss vorhanden, wird aber nicht gebraucht. Anderes wird dringend gebraucht, aber bislang leider nicht gespendet.
    Ich habe kein Verzeichnis der Stellen an Ihrem Wohnort, die Sachspenden entgegennehmen. Bitte erkundigen Sie sich z. B. bei Ihrer Kirchengemeinde, der Caritas, der Diakonie oder auch bei den für Flüchtlinge zuständigen Behörden, wo Sachspenden benötigt werden. Sollten Sie partout nichts finden können, dann nimmt auch die Deutsche Kleiderstiftung gut erhaltene, saubere Kleidung und Schuhe entgegen. Weitere Hinweise finden Sie in der Kategorie „Sachspenden“.
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  5. Ich möchte eine Patenschaft für einen Flüchtling übernehmen. Was muss ich tun?
    Der Begriff „Patenschaft“ kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Einige Berichte zu Patenschaften gibt es schon hier im Blog. Möchten Sie einem Flüchtling oder einer Familie beim Eingewöhnen helfen, sie im Alltag begleiten, zu Behördengängen, ins Stadt- und Kulturleben usw.? Dann lesen Sie bitte beim nächsten Punkt weiter.
    Möchten Sie hingegen einen Flüchtling adoptieren oder eine Vormundschaft übernehmen, dann müssten Sie bei Ihren lokalen Behörden nachfragen, welche Vorschriften es dazu gibt, welche Rechte und Pflichten sowohl Sie als auch die geflüchtete Person haben.
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  6. Ich würde gerne einem Flüchtling oder einer Familie beim Eingewöhnen helfen und sie im Alltag begleiten. Wie geht das?
    Es gibt für diese Hilfe zahlreiche Möglichkeiten. Sehen Sie hier auf der rechten Seite ganz oben die Liste mit den Kategorien? Dort finden Sie z. B. unter „Hilfe bei Behördengängen„, „Integrationslots_innen“ oder „Mentor_innen“ schon einige Hinweise. Wenn Ihnen diese nicht weiterhelfen, dann fragen Sie z. B. bei den Behörden, bei Freiwilligen-Agenturen oder direkt bei der Flüchtlingsunterkunft nach. In vielen Orten gibt es jedoch schon Vereine oder Gruppen, die sich ehrenamtlich um die Belange der Flüchtlinge kümmern und ganz sicher noch Hilfe brauchen.
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  7. Ich würde gerne eine Mentoring-/Integrationslotsen-Ausbildung machen. Wie und wo geht das?
    Das ist ganz unterschiedlich. An vielen Orten gibt es so etwas gar nicht, an manchen ist die Ausbildung sehr intensiv und sehr gut begleitet. Bitte schauen Sie in der Kategorien-Liste auf der rechten Seite unter „Integrationslots_innen“ oder „Mentor_innen„, ob ich hier bereits darüber berichtet habe. Wenn ich nicht darüber berichtet habe, können Sie in Ihrem Rathaus nachfragen, ob so eine Ausbildung angeboten wird.
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  8. Ich bin kein_e Lehrer_in. Kann ich trotzdem Flüchtlingen Deutsch beibringen?
    Ja, auf jeden Fall! Flüchtlinge wollen verstehen und sprechen können – wenn Sie selbst Deutsch sprechen und verstehen, bringen Sie schon die wichtigste Voraussetzung mit. Es gibt für den Unterricht zahlreiche Wege und Hilfsmittel. Einige davon finden sie hier im Blog unter Deutschkurse. Und vergessen Sie nicht, dass die Flüchtlinge auch Wörterbücher benötigen.
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  9. Ich würde gerne einen Flüchtling oder eine Familie bei mir aufnehmen. Wie geht das?
    Flüchtlinge, die noch in einer Massenunterkunft untergebracht sind, dürfen nicht in jeder Kommune in eine private Unterkunft ziehen, bevor über ihren Asylantrag entschieden wurde. Doch da der Wohnraum vielerorts knapp wird, lockern manche Kommunen diese Vorschrift. Bitte erkundigen Sie sich bei den zuständigen Behörden (meist das Sozial- oder Ordnungsamt), wie das für Ihre Kommune derzeit geregelt ist.
    Wie Sie Flüchtlinge für Ihren Wohnraum finden können und was Sie tun können, wenn Behörden sich selbst bei Wohnungsmangel oder anderen gewichtigen Gründen weigern, private Unterbringung zu genehmigen, habe ich Ihnen hier zusammengefasst. Berichte von erfolgreichen Wohngemeinschaften mit Flüchtlingen finden Sie z. B. hier: „Private Unterkunft„. Und auf Spiegel Online finden Sie eine gute Zusammenfassung dessen, was aktuell (Stand: September 2015) möglich ist und was Sie beachten müssen.
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  10. Ich möchte einem Flüchtling gerne einen Ausbildungsplatz anbieten. Wie geht das?
    Bitte lesen Sie dazu diesen Beitrag „Ausbildungsplätze für Flüchtlinge anbieten“.
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  11. Ich habe Hemmungen, einfach so auf die Flüchtlinge zuzugehen, möchte aber gerne helfen. Was mache ich dann?
    Für jene, die sich lieber erst einmal etwas mehr im Hintergrund betätigen möchten, gibt es viele Möglichkeiten, z. B. in einem Café für Flüchtlinge oder beim Sammeln von Sachspenden oder Wörterbüchern mitzuhelfen, Feste zu organisieren, Kulturbesuche zu organisieren usw. Falls Sie hier im Blog nichts finden, was Ihnen liegt, fragen Sie bei Ihren Behörden oder im Flüchtlingsheim direkt nach, welche Hilfe im Hintergrund dort benötigt wird.
    Das Wichtigste, so sagte mir jemand, der diese Arbeit schon seit 20 Jahren macht (s. hier), sei aber der persönliche Kontakt. Den Flüchtlingen sind Sie genauso fremd, wie es die Flüchtlinge für Sie sind. Hemmungen bestehen oft auf beiden Seiten, und nicht immer klappt’s beim ersten Kontakt so, wie man es sich vorgestellt hat. Aber ein nicht ganz gelungener Anfang ist immer noch besser, als es gar nicht erst zu versuchen.
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  12. Finden die Flüchtlinge es nicht aufdringlich oder demütigend, wenn ich mit Hilfsangeboten ankomme?
    Nicht, wenn Sie ihnen auf Augenhöhe begegnen. Diese Menschen haben sehr viel durchgemacht, bis sie endlich hier angelangt sind. Sie sprechen unsere Sprache nicht, kennen unsere Umgangsformen, unsere gesellschaftlichen Spielregeln und unsere Kultur nicht, sie kommen selbst aus ganz unterschiedlichen Kulturen, Gesellschaften und sozialen und Bildungsschichten. Und doch sind sie immer Mensch – wenn Sie ihnen also von Mensch zu Mensch begegnen, ihnen die Freiheit lassen, Ihr Hilfsangebot anzunehmen oder auch mal abzulehnen, wenn Sie ihnen zuhören, ihre Geschichte erfahren wollen, sich wirklich für sie als Menschen interessieren, dann wird Ihre Hilfe bestimmt dankbar angenommen. Fragen Sie sich vielleicht auch ab und zu selbst: Wenn mir so etwas auf diese Art und Weise angeboten würde, was würde ich dabei empfinden? Das wird Ihnen helfen, auch den richtigen Ton zu treffen.
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  13. Ich spreche deren Sprachen nicht – wie kann ich mich mit den Flüchtlingen überhaupt verständigen?
    Das geht oft einfacher, als wir denken. Viele Flüchtlinge sprechen eine Sprache, die auch in Deutschland an den Schulen gelehrt wird, z. B. Französisch oder Englisch. Selbst wenn Ihre Kenntnisse nur minimal oder schon eingerostet sind, versuchen Sie es einfach. Ansonsten können Sie sich auch immer mit Händen und Füßen oder mit Zeichnungen auf Papier behelfen. Vielleicht werden Sie zu Beginn keine tiefschürfenden Gespräche über die Philosophie der Neuzeit oder eine vergleichende Exegese von Bibel und Koran führen können. Aber für die ersten Notwendigkeiten wird es immer reichen.
    Nur achten Sie darauf, nicht ausschließlich Englisch oder Französisch zu sprechen, denn das erschwert den Flüchtlingen das Erlernen der deutschen Sprache. Versuchen Sie nach Möglichkeit, immer beide Sprachen zu sprechen und bei Alltagshandlungen auch die deutschen Worte mit einzuflechten.
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  14. Ich habe das Gefühl, die Flüchtlinge glauben, ich werde für meine ehrenamtliche Hilfe bezahlt. Was tun?
    Ich denke, dieser Irrglaube liegt vor allem daran, dass der ehrenamtliche, also unbezahlte Aspekt nie oder nicht deutlich genug erwähnt wird. Die Helfer_innen möchten ja nicht, dass die Flüchtlinge sich schuldig fühlen oder ein schlechtes Gewissen bekommen, dass man so viel für sie tut, ohne dafür bezahlt zu werden. Oftmals ist die Hilfe aber auch schon so professionell durchorganisiert, dass sehr leicht der Eindruck entstehen kann, dass hier Profis am Werk sind, die natürlich auch dafür bezahlt werden.
    Wenn Sie das Gefühl haben, dass dieser Irrglaube besteht, dann sprechen Sie mit den Betreffenden darüber. Offene und ehrliche Kommunikation ist i. d. R. das beste Mittel, um Missverständnisse und Probleme aus der Welt zu schaffen.
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  15. Die Flüchtlinge bei uns hocken immer nur mit ihren Landsleuten zusammen und unternehmen selbst rein gar nichts, um sich zu integrieren. Warum?
    Das ist eine schwierige Frage. Manchmal erscheint es Ihnen nur so, weil Sie Außenstehende sind; manchmal ist es tatsächlich so. Man muss dabei m. E. mehrere Dinge in Betracht ziehen. Zum einen ist jeder Mensch anders. Einige sind sehr aktiv, andere neigen eher zur Lethargie – Sie werden das sicher auch aus Ihrem Umfeld kennen.
    Viele Flüchtlinge sind außerdem stark traumatisiert und empfinden ein besonderes Gefühl der Sicherheit, wenn sie mit ihren Landsleuten in ihrer Muttersprache sprechen können. Das kann auch helfen, ihr Heimweh ein wenig zu lindern.
    Die eigenen Landsleute kennen aber auch ihre Kultur, ihre Mentalität – Kommunikation mit ihnen ist deshalb natürlich sehr viel einfacher. Wenn Sie mal ins Ausland fahren, schauen Sie mal, wie viele deutsche Clubs und Vereine es dort gibt: es ist ganz natürlich, dass man sich in einem fremden Land zuerst denen anschließt, die Sprache und Kultur mit einem teilen.
    Zum anderen begegnet den Flüchtlingen an vielen Orten immer noch sehr viel Ablehnung – eine Untersuchung von Pro Asyl und der Amadeu Antonio Stiftung ergab, dass es 2014 insgesamt 153 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gab, also fast jeden zweiten Tag, und 77 tätliche Angriffe gegen Flüchtlinge (also jeden 5. Tag). 2015 geht es, so die Chronik der Gewalt, anscheinend nicht viel besser weiter. Auch gab es zahlreiche hetzerische Parolen durch Mitglieder der „Pegida“-Demonstrationen. Das bekommen die Flüchtlinge natürlich mit, und solche Dinge gehen an keinem Menschen spurlos vorbei. Insbesondere die, die schon Gewalt erlebt haben und sich hier vor ihr sicher glaubten, werden sich möglicherweise erst recht zurückziehen.
    Hinzu kommen auch kulturelle Unterschiede – in vielen Kulturen werden Dinge anders gehandhabt als in unserer. Für Menschen, die als Erwachsene hierher kommen, ist es auch oftmals viel schwerer, sich auf unser Tempo und unsere Vorschriften einzustellen, als für Kinder. Und bedenken Sie die großen Mentalitätsunterschiede allein zwischen bspw. Bayern und Ostfriesland oder auch nur zwischen Berlin und Hamburg – da prallen ja schon oftmals zwei Welten aufeinander. Wie viel größer müssen da die Unterschiede zu einer völlig anderen Kultur sein.
    Nicht zuletzt gibt es aber auch viele Probleme aufgrund der Unterbringung der Flüchtlinge in unübersichtlichen Massenunterkünften, in denen viel zu wenig Betreuungspersonal vorhanden ist. Das allein kann schon durchaus die Hemmschwelle fördern, nach „draußen“ zu gehen und selbstständig Dinge zu unternehmen. Viele sind dort völlig auf sich allein gestellt und haben es häufig vor allem mit Behördenmitarbeiter_innen zu tun. Die geben zwar ihr Bestes, können aber kein Ersatz für private, persönliche Begegnungen auf Augenhöhe sein – genau die brauchen die Flüchtlinge aber, um sich zu öffnen und sich integrieren zu können (s. auch hier).
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  16. Was kann ich den fremdenfeindlichen Sprüchen mancher Menschen in meiner Umgebung entgegnen?
    Fremdenfeindlichkeit entsteht häufig durch Vorurteile, seltener durch eigene, tatsächlich schlechte Erfahrungen. Es werden auch auf diesen Vorurteilen basierende, ungeprüfte Aussagen und Gerüchte einfach wiederholt oder selbst erfunden. Über Vorurteile habe ich hier schon etwas geschrieben. Dort finden Sie auch den Link zu einer Liste mit Fakten, die Pro Asyl den populistischen Aussagen von Politiker_innen und Menschen im eigenen Umfeld entgegengestellt hat. Es gibt auch schon eine App gegen Stammtisch-„Weisheiten“ für Smartphones. Und der Bayerische Flüchtlingsrat bringt ein sehr lesenswertes Magazin („Hinterland“) heraus, in dem er u. a. über die Situation der Flüchtlinge in Europa berichtet. Wichtig ist grundsätzlich, nicht wegzuhören, sondern im Gespräch zu bleiben, die Vorurteile durch eigenes Handeln, aber auch auf dem Weg der Kommunikation zu entkräften zu versuchen.
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  17. Wie reagiere ich auf Hate Speech (hasserfüllte Kommentare) im Internet?
    Die hasserfüllten Kommentare im Internet nehmen zu, und die Empfänger_innen fühlen sich oft nicht nur persönlich angegriffen und verunglimpft, sondern auch bedroht. Da dieses Phänomen noch recht neu ist, gibt es noch nicht so viele Tipps dazu. Doch die Amadeu Antonio Stiftung hat gerade eine Handreichung zum Umgang mit der „Hate Speech“, also den hasserfüllten Kommentaren im Internet, herausgegeben. Vielleicht hilft Ihnen die schon einmal weiter. Sie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
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  18. Mich belastet die Arbeit mit Flüchtlingen emotional. Wo kann ich Hilfe dafür finden?
    Wer mit Flüchtlingen arbeitet, wird früher oder später spüren oder erfahren, was diese Menschen durchgemacht haben und was sie noch immer durchmachen. Und oftmals werden Schützlinge, die Sie teils schon seit Jahren unterstützt haben, über Nacht in eine unsichere Zukunft abgeschoben. Das sind sehr belastende Situationen, nicht nur für die Flüchtlinge, sondern auch für Sie, die Helfer_innen. Und manchmal sind diese Situationen für Sie nicht mehr auszuhalten. Bitte suchen Sie sich Unterstützung, z. B. bei einer der kirchlichen Einrichtungen (Diakonie, Caritas, Ihre Kirche im Ort usw.), deren Personal entweder selbst in der Seelsorge geschult ist oder Ihnen zumindest Anlaufstellen nennen können müsste. Für viele hilfreich ist auch der Austausch der Helfer_innen untereinander. Regelmäßige Gesprächsrunden, in denen auch solche Dinge besprochen werden, bedeuten für viele Helfer_innen, dass sie diese emotionale Last nicht mehr alleine tragen müssen. Bilden Sie unbedingt solche Gesprächskreise, um einander zu stützen und sich mit Rat und Tat gegenseitig helfen zu können.
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