Die Schande von Berlin – und die Ausdauer der Ehrenamtlichen am LaGeSo

Seit Monaten herrschen in Berlin-Moabit am Landesamt für Soziales und Gesundheit (LaGeSo) katastrophale Zustände. Moabit – Deutschlands Lampedusa. Und doch gibt es noch immer Ehrenamtliche, die dort, wo die Behörden bewusst oder aus Unfähigkeit vollkommen versagen, helfen.

Der ARD-Beitrag „Wie Politiker und eine unfähige Verwaltung das Flüchtlingselend in Berlin fördern“ zeigt das Versagen in erschreckender Deutlichkeit. Umso unglaublicher, dass es auch nach so vielen Monaten immer noch zahlreiche Menschen gibt, die sich nicht nur tagsüber, sondern auch nachts darum kümmern, dass die Flüchtlinge in den nicht endenden Warteschlangen überleben.

Sie versorgen sie mit warmer Kleidung, festen Schuhen, Isomatten, Decken, Essen und heißem Tee – sie beruhigen die wartenden Flüchtlinge, sie übersetzen, sie verhelfen denen, die krank sind oder krank werden, zu medizinischer Versorgung, und sie behandeln diese Menschen wie Menschen. neues deutschland berichtet:

„»Warum steht ihr hier mitten in der Nacht und verteilt Tee?«, fragt ein Polizist die Ehrenamtlichen. Ob sie denn keine Jobs hätten, oder morgen nicht früh aufstehen müssten, will er wissen. »Wir schlafen eben kaum«, bekommt er zur Antwort. »Denn wenn wir nicht mehr kommen, hilft diesen Menschen niemand.«“

Deshalb hat sich, neben „Moabit hilft“ u. a. eine Gruppe gebildet, die sich über Facebook austauscht und dort Aufrufe für Sachspenden und Helfer_innen postet: Nachts vor dem LaGeSo. Sie berichtet und verlinkt private Berichte über die aktuellen Zustände in Moabit, über das, was sich dort nachts abspielt – anders würden wir es vielleicht nicht erfahren, denn die Medien sind erstaunlich zurückhaltend in der Berichterstattung über das LaGeSo.

Immerhin, auf Spiegel Online steht jetzt dazu:

„Die Ehrenamtlichen helfen mit Kleidung, Decken, Wasser, Tee, warmen Mahlzeiten und Süßigkeiten. Das Lageso und das Land Berlin bieten: Einen Bürgersteig zum Warten. Absperrgitter. Security und Polizei. Es gibt für die Männer, die hier draußen warten, nicht einmal eine verdammte Toilette.“Das ist wie Massentierhaltung, den Leuten wird jede Würde genommen“, erzählt Helferin Olivia. „Wir haben Angst, dass es hier Kältetote geben wird, wenn die Verantwortlichen nicht endlich reagieren.““

Da die aber offensichtlich seit Monaten so gut wie gar nicht reagieren, hat nun ein Helfer eine Petition gestartet, die bereits mehr als 50.000 Unterschriften bekommen hat – Sie können sie hier unterzeichnen.

Wer persönlich am LaGeSo helfen möchte, kann sich direkt an „Moabit hilft“ oder an „Nachts vor dem LaGeSo“ wenden. Und vielleicht finden sich nun auch noch Menschen, die mobile Toiletten sponsern, weitere Wärmebusse, Gulaschkanonen, Tee und alles, was Menschen dringend benötigen, wenn sie gezwungen sind, Stunden um Stunden, Tage um Tage bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu warten.

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