Bautzen ist bunt, hilft Flüchtlingen und stellt sich offen gegen Rechts

In manchen Orten wird die Ankunft von Flüchtlingen stärker bekämpft als anderswo – in Bautzen zum Beispiel, wo, laut Spiegel Online, Schaulustige den Brand eines zukünftigen Flüchtlingsheims bejubelt haben. Umso beachtenswerter, dass es auch in diesen Orten Leute gibt, die ihre Menschlichkeit noch nicht verloren haben und den Flüchtlinge selbstverständlich helfen.

Es ist selten, dass sich eine Stadt politisch so offen gegen den Rechtsextremismus stellt: doch Stadt und Landkreis Bautzen stehen offensichtlich Menschen mit Rückgrat vor. Und so engagieren sich Stadt und Landkreis, aber auch sehr viele Einwohner_innen offen und deutlich für ein friedliches Miteinander. Hier einige Beispiele:

  • Unter dem Menüpunkt „Bürgerservice“ informiert die Stadt bzw. das Landratsamt ausführlich zum Thema Asyl, über aktuelle Zahlen und Fakten sowie Nachrichten und Events – von der Demonstration für Toleranz und Weltoffenheit bis zu selbst veranstalteten Anwohnerversammlungen und Besichtigungsterminen in geplanten Flüchtlingsunterkünften. Und nicht nur das: mit einem Statement und einer Petition stellen sich Bürgermeister_innen, Landrat und viele andere seit 2014 öffentlich gegen rechts.
    Darüber hinaus informiert die Stadt auf ihrer Website über die Ansprechpartner_innen zum Thema Asyl und Flüchtlinge, sowohl die eigenen in Stadt und Landkreis als auch die ehrenamtlichen der Hilfsprojekte.
  • Eins dieser Projekte ist „Bautzen bleibt bunt“, eine Initiative, die es auch in vielen anderen Orten gibt, die mit Rechtsextremismus zu kämpfen haben. Diese Initiativen machen vor allem Öffentlichkeitsarbeit (u. a. auf Facebook) und werben dabei für ein tolerantes Miteinander. In Bautzen veröffentlicht die Gruppe außerdem noch aktuelle Bedarfslisten für Spenden in den einzelnen Unterkünften. Sie organisiert u. a. Deutschkurse, Patenschaften und sammelt hier weitere Ideen für Begegnungen mit Bürger_innen und Flüchtlingen.
  • Der Verein „Willkommen in Bautzen“ entstand aus dem Bündnis „Bautzen bleibt bunt“. Er ist sozusagen die Buchhaltung von „Bautzen bleibt bunt“ und anderen ehrenamtlichen Projektideen. Er verwaltet Spenden- und Preisgelder, hilft mit der Finanzierung von Veranstaltungen, Projekten und Öffentlichkeitsarbeit. Anträge auf Förderung können direkt an den Verein gestellt werden.
  • Förderung gibt es auch vom TrägerverBUNT (tvBUNT), einem Netzwerk für Demokratie und Vielfalt. Mit seinem Mikroprojektefonds werden Projekte für Toleranz im Landkreis Bautzen mit bis zu 500 Euro gefördert.
  • Eine Förderung der etwas anderen Art geschieht über eine Socke. Doch, Sie haben richtig gelesen. Ein ehemaliger Bautzener verkauft über seinen Blog „lauterbautz’ner“ Socken mit dem Bloglogo. Die Hälfte des eingenommenen Geldes (bislang schon ca. 500 Euro) spendet er, wie er schreibt, an den Verein „Willkommen in Bautzen“. Auf Twitter ist zu lesen, dass es diese Socken sogar schon auf einen Laufsteg der Fashion Week Berlin geschafft haben.
  • Nicht zuletzt informiert das Bistum Dresden-Meißen auf seiner Website über die aktuellen Hilfen seitens der Kirche. Der Flüchtlingsfonds des Bistums hilft bei Erstausstattungen, Kosten für Anwält_innen oder Medikamente, Winterkleidung, Kinderwagen u. m. Die Caritas bildet Ehrenamtliche fort und veröffentlicht Informationsmaterial.
    In Bautzen direkt engagieren sich Menschen als Spiel- oder Lesepat_innen. Sie organisieren Sachspenden-Sammlungen und deren Verteilung, machen Musik, treffen sich regelmäßig zu Kaffee und Kuchen. In der „Küche international“ wird gemeinsam gekocht, es werden Schulsachen-Spenden für die neu angekommenen Schulkinder gesammelt und vieles, vieles mehr.
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