Asylothek – mit Bildung gegen Langeweile und Hoffnungslosigkeit

In Nürnberg hat es 2012 begonnen, wurde mehrfach ausgezeichnet und hat sich weiter fortgepflanzt: die Idee einer Bücherei für Flüchtlingsheime, einer Asylothek. Hier geht’s um Bildung, um Sprachförderung und noch viel mehr.

Viele Geflüchtete müssen mittlerweile nicht nur tage- oder wochenlang darauf warten, wie über ihren Asylantrag entschieden wird, sondern monatelang. Es gibt kaum ein Flüchtlingsheim, aus dem die Helfer_innen nicht melden, dass die Menschen dort enorm unter der Anspannung, der Unsicherheit, dem Schwanken zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, aber oftmals auch unter der extremen Langeweile leiden.

Mittlerweile kümmern sich viele Initiativen darum, dass diese Menschen wenigstens ihre ersten Worte Deutsch lernen, dass die Kinder beschäftigt werden, dass es Sportangebote gibt und sie vor Langeweile nicht vergehen. Eine weitere sehr schöne Idee für diese Heime ist die Asylothek.

Auf der Website der Asylothek steht:

„Ziel des Projektes war und ist, Bildungsmöglichkeiten anbieten zu können und somit eventuellen „Spannungen“ und „Konflikten“, welche durch die monatelang anhaltende erzwungene Untätigkeit entstehen könnten, entgegenzuwirken, die Möglichkeit eines Kennenlernens der bundesrepublikanischen und fränkischen Kultur und der Erlernung der deutschen Sprache möglich zu machen.“

Die Regale und Bücher wurden und werden sämtlichst gespendet. Die Bandbreite ist groß, wie es sich für eine Bibliothek gehört: sie reicht von Sprachkursbüchern und -CDs über fremdsprachige Literatur bis hin zu Kinderbüchern und Bildbänden.

Das Konzept hat großen Anklang gefunden. Mittlerweile gibt es schon sechs Asylothek-Ableger (alle auf Facebook):

Asylothek Nürnberg 2

Asylothek Mittenwald

Asylothek Hof

Asylothek Plauen

Asylothek Starnberg

Asylothek Bonn

und das Original ist ebenfalls auf Facebook vertreten: Asylothek.

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